Ab ins Ausland: The Future is Europe!

Auch in diesem Jahr ermöglichte das Hönne-Berufskolleg des Märkischen Kreises in Menden besonders engagierten Auszubildenden ein Praktikum im europäischen Ausland.

Finanziert wurde das Praktikum aus Mitteln des EU-Förderprogramms ERASMUS+. Ein besonderer Dank geht an die beteiligten Kfz-Ausbildungsbetriebe. Die Kfz-Fachbetriebe Wolfgang Harzig und Marius Zmuda GbR aus Hemer, Autohaus Rosier GmbH & Co. KG, Fa. Automobile Procar AG und die Fa. Gebr. Nolte GmbH & Co. KG stellten die Auszubildenden für das vierwöchige Praktikum frei. Neben dem Fachbereich Kfz-Technik wurde auch eine Schülerin aus dem Bereich Bekleidungstechnik für ein 8-wöchiges Praktikum in einen maltesischen Betrieb  entsandt. Die angehende bekleidungstechnische Assistentin absolvierte dort ihr Blockpraktikum in dem Bildungsgang und unterstützte tatkräftig das Team in einer Stickerei und Nähwerkstatt. Bereits im letzten Jahr wurde das ERASMUS+ Projekt erfolgreich am HBK Menden gestartet und fünf Auszubildende des dritten Ausbildungsjahres Kfz-Technik absolvierten erfolgreich ihr Praktikum in Irland. In diesem Jahr wurde Malta als Destination ausgewählt und fünf angehende Kfz-Mechatroniker erhielten die Chance maltesische Werkstätten kennen zu lernen und handwerklich zu unterstützen. Über allem steht natürlich der kulturelle Austausch und die Entwicklung von Sprachkompetenz im Hinblick auf die Zielsetzungen des Förderprogramms. In einer Zeit, da moderne Kommunikations- Test- und Diagnoseverfahren in einem zunehmend globalisierten Wettbewerb immer häufiger darauf angewiesen sind, dass interkulturelle Kompetenzen vorhanden sind, bietet ein Erasmus+ Praktikum ideale Bedingungen dafür, Englischkenntnisse zu erweitern und interkulturelle Kompetenzen auszubauen. Abgesehen davon steht man zwangsläufig immer wieder vor Schwierigkeiten, die man im normalen Alltag im heimischen Betrieb nicht hat. „Man wächst mit seinen Aufgaben. Krass, wie viel man da mitnimmt“, resümiert der Auszubildende Dustin Moseler treffend. Es gibt durchaus auch Gründe dafür mit deutschem Handwerks-Knowhow im europäischen Ausland zu arbeiten. Die Erfahrungen mit den 6 Praktikumsbetrieben aus dem Kfz-Handwerk (3 auf Malta und 3 in Irland) zeigen hier vor allem eines: Azubis aus NRW sind im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt. Hilfsbereit, korrekt, freundlich aber bestimmt, das sind die Attribuierungen, die darauf hinweisen, dass Azubis Made in Germany auch im Ausland überzeugen können. Fragt man die Auszubildenden nach den Arbeitsbedingungen wird schnell klar, dass die europäischen Partner auch in Sachen Arbeitskultur punkten können. „In Deutschland geht alles eine Nummer zackiger und zielgerichteter”, bestätigt Jan-David Hülshoff den Eindruck, den auch die Fachlehrer Dr. Markus Schäfer und Carsten Schlüter bei ihrem Besuch vor Ort gewinnen konnten. “Ich habe hingegen noch nie so lebhafte Betriebspausen gehabt. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt”. Die Berufsausbildungssysteme sind nur schwer vergleichbar. Während die Ausbildung in Irland einem klassischen „Training on the Job“ gleicht, ist das System in Malta deutlich verschulter. Die Ausbildung vollzieht sich in Malta zu großen Teilen in einem Berufsbildungszentrum am Malta College of Arts Science and Technology, kurz MCAST. Interessant ist, dass dieser Campus von der beruflichen Grundbildung über den Bachelor bis hin zum Master praktisch alle Abschlüsse ermöglicht. Knapp 12.000 Trainees besuchen aktuell das MCAST auf Malta.
Fazit: Ein Erasmus+ Praktikum bietet eine klare Win-Win-Situation
Der Austausch von Auszubildenden über das Förderprogramm Erasmus+, kofinanziert durch die EU, unterstützt die Entwicklung interkultureller und sprachlicher Kompetenzen geradezu ideal. Das Friedensprojekt Europa hat hier ein starkes Instrument geschaffen und die Erfahrungen mit 10 Auszubildenden zeigen, dass die europäische Idee großartige Perspektiven für alle Beteiligten im Programm bietet. Für die heimischen Unternehmen bietet sich zusätzlich eine gute Möglichkeit das Bewerbungsgespräch mit einem potentiellen Auszubildenden positiv zu beeinflussen. Das Modell könnte sicher auch anderen Gewerken bei der Suche nach Auszubildenden helfen.
Quelle der Fotos: Dr. Markus Schäfer, Carsten Schlüter
Hier gibt es den kompletten Bericht zum mitnehmen.



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